Social Media? Dafür habe ich keine Zeit!

| 17. Februar 2013 | 8 Comments

 

Da ist er also, der Hype um Social Media. Seit einigen Jahren hören wir ständig von diesen Portalen wie Facebook, Twitter, Google+ und nun auch noch Pinterest. Und dazu kommen noch mehr verrückte Dinge, die die meisten erst gar nicht verstehen oder verstehen wollen. Location Based Services? Around me, Foursquare oder wie das Zeugs heißt?

„Hype“ nennen es eher diejenigen, die sich immer noch gegen die veränderte Kommunikation wehren. Immerhin sind mittlerweile deutlich über 50% der Deutschen mit Internet Zugang in irgendeinem sozialen Netzwerk angemeldet, die meisten nutzen es sogar mehrfach pro Woche. Bei den jüngeren Menschen sind es weit über 90% und sie nutzen die Netze mehrfach täglich … und zwar überall dort wo sie sich gerade aufhalten.

Doch was hat dies mit dem Geschäftsleben zu tun? „Ich habe keine Zeit für diesen Kram. Ist doch nur was für Jugendliche, Hausfrauen und Arbeitslose …“

Man kann es sich beruflich eigentlich gar nicht mehr leisten nicht  in den sozialen Netzen aktiv zu sein. Die üblichen „Ausreden (lesen Sie dazu auch folgenden Artikel: 6 nicht mehr gültige Ausreden gegen Social Media)“ sind längst überholt, die Inhalte in den Netzen viel zu wichtig, die Aktualität unerreichbar.

Jede Industrie, jedes Gewerbe, jede Dienstleistung, jede Firma wird diskutiert, Inhalte werden angeboten, Spezialisten fachsimpeln öffentlich. Offene Diskussionen führen zu neuen Lösungen oder erweiterten Dienstleistungen.

Es stimmt, wenn man sich weiterhin in der Geschäftswelt so bewegt wie bisher, dann bleibt keine Zeit für eine neue Kommunikation. Fraglich ist nur, ob die bisherige Kommunikation noch zeitgemäß ist oder einer Anpassung bedarf. Wenn Kollegen oder Wettbewerber frühzeitig über relevante Informationen verfügen; wenn wichtige Kontakte anderweitig entstehen ohne das man diese selbst bemerkt; wenn bekannte Engpässe bei anderen bereits gelöst wurden; wenn sich neue Geschäftsbereiche ohne eigenen Einfluss eröffnen; …

Nach wie vor gilt, Veränderung kommt meist durch Druck von Außen. Da die Veränderungen der Interaktion in den letzten Jahren aber ungewöhnlich schnell voranschreiten, scheinen die meisten Unternehmen in Deutschland dies nicht zu bemerken oder zu ignorieren. „Business as usual“.

Doch was passiert, wenn der Druck von Außen dann plötzlich doch zu groß wird? Wie schnell kann man aufholen? Wie schnell lässt sich ein Unternehmen verändern, um aktiv zu kommunizieren inklusive Reaktion auf neue Anforderungen? Das Hören und Integrieren von Ideen der Partner und Kunden beherrschen gute Netzwerker seit vielen Jahrzehnten, sie sind aber die Ausnahmen, die Stars. Nun müssen dies die Unternehmen als Institution lernen. Auch das war eigentlich schon immer so, aber der Druck wächst mehr den je auf diejenigen, die dies gar nicht oder nicht genügend beherrschen. Globalisierung und Internet bieten immer mehr Alternativen zu bisherigen Anbietern und Dienstleistungen. Zudem entstehen zur Zeit viele Services, an die wir bisher nie gedacht hätten. Und sie führen dazu, das einige seit Jahren genutzte Lösungen und Services hinterfragt werden. Neue Geschäftsmodelle und ungewöhnliche Entwicklungsmethoden (z.B. Open Source) lassen alt eingesessene Unternehmen und Dienstleister immer öfter verblassen.

Jedes Unternehmen hat gewünschte Interessenten, Kunden, definierte Zielgruppen. Fraglich ist nur, wie erreicht man jene, die zwar potentielle Interessenten wären, aber nicht in der aktuellen Kundendatenbank gelistet sind? Der Streueffekt bisheriger Werbung ist immens und die „Treffer“ fast nicht messbar. Globalisierung und Internet bieten hier durchaus auch Möglichkeiten, nicht nur Gefahren.

Auch wenn Medien wie Facebook und vor allem Twitter weniger in ihrer Kommunikation auf einzelne Personen zielen, so bieten sich trotzdem unglaublich effiziente Filter an. Der bisherige Streueffekt im Marketing kann erheblich eingeschränkt werden, Ergebnisse können genau ermittelt werden. Social Media wird zur Normalität, es wird ein zunehmend gängiges Marketing Instrument für Unternehmen werden.

Haben Sie jetzt das Gefühl, dass der Druck von Außen wächst? Ihr Gefühl täuscht Sie nicht …

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Category: Meinung

  • Super Artikel – genau das, was ich gesucht habe, um mein Team mehr für Social Media zu interessieren 😉

    • Finn Lehmann

      Vielen Dank 😉

  • Ich habe mit vielen Firmen zu tun, bei denen ist noch nicht mal das Internet richtig angekommen. Die hoffen noch, dass das wieder vorbeigeht. Für die ist eine Webseite eine reine Werbemaßnahme (wenn überhaupt) und damit ein gefundenes Fressen für Kosteneinsparungen.

    Wenn ich denen dann auch noch mit Social Media komme ….

    Gejammert wird aber dann wieder, wenn die Pfründe unter innovativen, meist amerikanischen Unternehmen aufgeteilt sind. Dann schreien plötzlich alle nach einem Leistungsschutzrecht.

    Grüße, Thomas

    • Finn Lehmann

      Mal sehen, ob es nur einer Generation für diese Veränderungen bedarf oder ob wir nun für immer in einer zweigeteilten Gesellschaft leben müssen, da die Veränderungen so schnell voran gehen.

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