Aus WordPress ausgesperrt – der Super-GAU

| 19. Mai 2014 | 0 Comments

Aus WordPress ausgesperrtWenn man aus WordPress ausgesperrt wird

Jeder Blog-Betreiber möchte ganz sicher eines nicht erleben … aus WordPress ausgesperrt zu werden.

Bei einem Standard Update Prozess von einigen Plugins ist dies hier bei Roadworkr passiert. Sechs Plugins lagen in neuer Form vor und werden ja recht einfach mit dem integrierten Update Prozess auf den neuesten Stand gebracht. Dies ist nicht nur gut um eine möglichst stabile Variante der Plugins zu nutzen, sondern erhöht auch die Sicherheit der gesamten WordPress Installation.

Der Schock … gähnende Leere

Tja, das klappt zwar ganz gut, ausser eines der Updates hat einen Fehler. Und das Ergebnis war fatal … sowohl die Webseite, als auch der Admin Bereich im Backend stellen sich nur noch als gähnend leere weisse Seite dar.

Plötzlich ist guter Rat teuer! Man kann nichts an den Einstellungen vornehmen, da man ja keinen Zugriff auf seine eigene Seite hat. Und wie soll man das Problem analysieren? Wo kann man da suchen? Was ist passiert? Warum wurde ich aus WordPress ausgesperrt?

Erste Schritte

Der wichtigste Schritt ist sicher erst einmal alle Wege zur Webseite zu testen. Dazu habe ich den Cache des Browsers gelöscht und die Seite neu geladen. Kein Erfolg.

Als nächstes habe ich einen anderen Browser ausprobiert. Kein Erfolg.

Wie sieht es auf einem mobilen Gerät aus? Ist der Zugriff per iPad möglich? Nein, wieder kein Erfolg.

Als Administrator habe ich Zugriff auf die Datenbank, in der alle Beiträge, Kommentare und mehr gespeichert sind. Also habe ich hier nach möglichen Fehlern gesucht. Aber auch hier scheint alles ok zu sein.

Dann also per FTP Zugriff ein Blick auf die Installation, auf alle Dateien für die Roadworkr Seite … alles ist vorhanden, nichts fehlt, nichts sieht auffällig aus.

Backup vorhanden?

Nun gut, dann also der Versuch per Backup eine vorherige Version der Seite wieder herzustellen. Und da folgt der nächste Schreck: Es ist zwar recht einfach ein Backup zu erstellen, aber es ist ganz und gar nicht einfach das Backup wieder in die Seit zurück zu führen.

BackWPupIch hatte bisher das Plugin BackWPup genutzt und mich auch der einfachen Nutzung erfreut. Aber … wenn es um die Wiederherstellung geht, dann ist alles nicht mehr ganz so einfach. Ich hatte zwar eine recht aktuelle Sicherung, die aber recht komplex war und Datenbank sowie Dateien umfasst. Daraus ergab sich eine Datei von über 700 Mb Grösse.

An das Backend der Seite kam ich ja nicht heran, also ist der einzige Weg an die Datenbank per phpMyAdmin … allerdings wird hier nur ein Upload der SQL Daten und vor allem nur eine Dateigrösse von bis zu 200 Mb erlaubt. Ein Restore, also die Wiederherstellung, war auf diesem Wege nicht möglich.

Auch ein komfortables Plugin wie Adminer ist nicht hilfreich, da es ja nur nach der Anmeldung im Blog im Backend nutzbar ist. Aber da kam ich ja nicht mehr hin.

Das allwissende Google

Auch die Suche in Google war zunächst nicht hilfreich. Ich habe zwar das Glück auch komplexe englische Texte zu verstehen, aber gefunden habe ich nichts das wirklich geholfen hätte.

In meiner Verzweiflung habe ich schon Systemdateien wie z.B. wp-config.php und .htaccess sowie Rechte von Dateien analysiert und verschiedene Veränderungen ausprobiert … weiterhin kein Erfolg.

Der Durchbruch kam mit der (vermeintlich letzten) Google Suche. Ich habe einen Hinweis gefunden, der sinnvoll (und ebenso einfach) klingt.

Dann endlich … die Lösung

Alle Plugins die man für seine WordPress Installation installiert hat liegen üblicherweise in einem Verzeichnis mit dem Namen Plugins. WordPress benötigt also dieses Verzeichnis und die darin vorhandenen Plugin Dateien.

Und der Fehler ist ja nach einem Update vieler Plugins aufgetaucht. Also liegt die Vermutung nahe, dass ein solches Update das Problem verursacht hat.

Die dann erfolgreiche Vorgehensweise basiert darauf WordPress die Plugins zu entziehen, um anschliessend Plugin für Plugin wieder zu aktivieren und so das fehlerhafte Update zu identifizieren.

Der ganz einfache Weg die Plugins zu deaktivieren ist per FTP den Ordner Plugins umzubenennen! Es reicht eine einfache Änderung z.B. zu Pluginss (also mit zwei ’s‘ am Ende). Wenn man allerdings schon eine Ahnung hat, welches Plugin den Fehler verursacht hat, dann reicht es das Verzeichnis dieses einen Plugins umzubenennen.

Danach erschien endlich wieder die Login Seite, ich war nicht mehr aus WordPress ausgesperrt! Die Webseite ist wieder erreichbar, hat aber je nach genutzten Plugins eventuell ein paar Fehler (weil das (oder mehrere) Plugin(s) nicht verfügbar sind. Jetzt kann man auch sofort wieder das Verzeichnis zum ursprünglichen Namen umbenennen (also Plugins), die Plugins bleiben deaktiviert.

Ab dann ist alles wieder Routine … man kann mehrere Plugins, von denen man den Fehler nicht erwartet (z.B. weil sie nicht gerade ein Update bekommen haben) gemeinsam aktivieren.

In meinem Fall stand bereits ein weiteres Update für eines der sechs gerade erneuerten Plugins zur Verfügung … und so habe ich sehr einfach den Übeltäter gefunden. Das zweite Update hatte eine fehlende PHP Kompatibilität behoben.

Und so kann ich nun ganz entspannt diesen Artikel schreiben und mich über die ‚Wiedergeburt‘ der Roadworkr Seite freuen 😉

 

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Category: Meinung, Tipps

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